Geschichte

Von der Latein- und Rektorschule zur Mittelschule

  • 1616: Graf Arnold Jost und der Oberkirchenrat setzten sich im Jahre 1615 für die Gründung einer Lateinschule ein. Im Jahre 1615 beschlossen die damals vier amtierenden Bürgermeister die Einrichtung der Lateinschule Neuenhaus. Diese neue Schule durften aber vorerst nur Knaben besuchen.
  • 1867: Die Lateinschule wird durch den Lehrer Lüppe neu begründet. Sie umfasst zu diesem Zeitpunkt ca. 60 Schüler und Schülerinnen in drei Klassen. Zusaätzlich sind drei weitere Lehrer an der Schule angestellt.
  • 1874: Es erfolgt der Bau einer Schule mit vier Klassenräumen hinter dem alten Rathaus (heute abgebrochen). Sie verdankt ihre Entstehung einer Stiftung. Auf einer Steintafel heißt es: "Den Herren Landphysikus Dr. med Köhler in Neuenhaus und Conrad Roeslingh in Bremen verdankt die Stadt diese Schule - 1874". In diesem Gebäude, das später um 2 Klassenräume erweitert wird, sind bis 1957 die Volksschule und die Rektorschule untergebracht.

Die Neuenhauser Realschule 1874

  • 1875: Erster Rektor der Schule wird im Oktober 1875 Hauptmann Staehle.
  • 1904: Am 28.10.1904 wird die Privatschule in eine städtische Rektorschule umgewandelt.
  • 1907: Rektor Staehle wird 1907 krankheitshalber pensioniert. Sein Nachfolger, Dr. Arends, leitet die Schule bis 1921.
  • 1921: Die Schule droht einzugehen. Zwei Lehrkräfte unterrichten nur noch 83 Schüler. Der bauliche Zustand der Schule ist besorgniserregend; Lehrmittel sind kaum vorhanden.
  • 1922: Die Schule lässt den bis dahin erteilten Unterricht in Latein fallen. Es gibt nur noch Fremdsprachenunterricht in Französisch und Englisch.
  • 1923-1924: Es werden umfangreiche Renovierungsarbeiten des gesamten Schulgebäudes eingeleitet. 1924 übernimmt Dr. Voigt die Leitung der Schule. Die Schülerzahl steigt auf 152 Schüler und Schülerinnen. Davon kommen 77 aus den umliegenden Gemeinde. An der Schule unterrichten fünf Lehrkräfte.
  • 1926: Durch Erlass des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erfolgt im Schuljahr 1926/27 die Anerkennung der Rektorschule als vollausgebaute Anstalt. Sie führt fortan den Namen "Öffentliche Mittelschule in Neuenhaus".
  • 1944-1945: Ab Mitte 1944 leidet der Unterricht sehr durch den häufigen Fliegeralarm. Ab November werden die Fahrschüler und viele Kinder aus der Umgebung zu den betreffenden Volksschulen beurlaubt. Die Mittelschule besuchen nur noch 13 Schüler. Im Oktober 1945 ist die Schülerzahl bereits wieder auf 227 angestiegen. Dafür stehen nur fünf Räume zur Verfügung, drei im Hauptgebäude in der Altstadtschule, ein Raum in der Neustadtschule (Kath. Schule) und der Konfirmandensaal.
  • 1946-1947: Der Mittelschulkonrektor Dr. Christian Tibbe aus Dissen übernimmt nach einem Monat am 1. März 1946 die kommissarische Leitung der Schule. Die Schule ist durch kanadische Soldaten, die hier eine Zeitlang untergebracht waren, ziemlich verkommen. Bücher, Klassenunterlagen und die Schulchronik sind verbrannt. Durch persönlichen Kontakt zu den Handwerkern und zu Papier-Firmen gelingt es Dr. Tibbe, dass die schlimmsten Übelstände alsbald beseitigt werden. Um Heizmaterial zu besorgen, fährt Dr. Tibbe mit einer Schülergruppe in das Wietmarscher Moor, um dort Torf zu stechen.
  • In den folgenden Jahren bis zur Pensionierung von Dr. Tibbe im Jahre 1953 steigt die Schülerzahl von 148 bis auf 400 Schüler an. Da keine Lehrkräfte vorhanden sind, muss zunächst auf Hilfskräfte zurückgegriffen werden. Die Zahl der hauptamtlichen Lehrkräfte steigt dann aber von 3 auf 9 an. Die Hilfskräfte werden wieder entlassen.
  • 1953: Am 31. März 1953 scheidet der Schulleiter Dr. Tibbe aus dem Schuldienst aus. Über die Frage des Nachfolgers herrscht im Stadtrat keine Einigkeit. Die Mehrheit entscheidet sich für Rektor Jan Harm Kip aus Bentheim und gegen Mittelschulkonrektor Stern von der eigenen Schule.
  • 1955-1956: Die Mittelschule wird von 25 % Neuenhausern und 75 % Kindern aus Niedergrafschafter Gemeinden besucht. Nach langen Verhandlungen wird dann 1956 ein Schulzweckverband "Mittelschule Niedergrafschaft" zur finazierung der Schule gegründet.
  • Die Verbandsversammlung beschließt einstimmig, den 1. Bauabschnitt eines erweiterungsfähigen zweigeschossigen Mittelschulbau neben der kath. Schule auf dem Bosthorst zu erstellen.
  • 1958: Nach der Grundsteinlegung im März 1957 (GN, 29.3.1957) kann die neue Mittelschule mit acht modernen Klassenräumen am 6. Mai 1958 nach 13-monatiger Bauzeit feierlich eingeweiht werden (GN, 6.5. und 7.5.1958).
  • 1964: Nach dem Beschluss der Verbandsversammlung im Juni 1963 wird die Mittelschule um 5 Normalklassen und 4 technische Räume erweitert (GN, 6.2.1964). Die feierliche Übergabe des Erweiterungsbaus findet am 17. November 1964 statt (GT, 18.11.1964).
  • 1967: Mit Schuljahrsbeginn 1967/68 nimmt das Niedergrafschafter Gymnasium in Neuenhaus den Unterricht auf. Aus diesem Grunde findet im Feierraum der Realschule eine Feierstunde statt. Die 2 Klassen 5 und 7 mit 72 Kindern aus 14 Gemeinden werden zunächst in der Realschule untergebracht.
  • 1968: Am 1.7.1968 wird Herr Realschulrektor Jan Harm Kip zum kommissarischen Schulrat des Schulaufsichtskreises Nordhorn/Obergrafschaft ernannt. Er leitete die Realschule Neuenhaus seit April 1953 mehr als 15 Jahre. Durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Schule hat er in diesen Jahren große Verdienste erworben.
  • Mit der kommissarischen Leitung der Schule wird der Realschulkonrektor Geert Holsmölle beauftragt. Herr Holsmölle kam 1955 an die Schule und wurde 1963 Realschulkonrektor.
  • Erstmalig wird in der Schulchronik von einem Schulzentrum Neuenhaus und von einem Schulversuch "Additive Gesamtschule" geschrieben.
  • 1969: Nach 17-monatiger kommissarischer Schulleitung durch Realschulkonrektor Holsmölle wird am 1. Dezember 1969 der neue Schulleiter, Herr Jan Kortmann, bisher Rektor der Mittelpunktschule Gildehaus, in sein Amt eingeführt.
  • 1970: Vor Beginn der Sommerferien 1970 wird mit den Bauarbeiten für das Schulzentrum Neuenhaus begonnen. Es entstehen folgende Baukörper: Hauptschule (Kl. 7 - 9) mit 6 Klassenräumen, Realschule (Kl. 7 - 10) mit 12 Klassenräumen, Gymnasium (Kl. 7 - 13) mit 15 Klassenräumen (jeweils mit den dazugehörenden Nebenräumen). Naturwissenschaftliche Räume werden im bestehenden Trakt des 1968 erbauten Gymnasiums eingerichtet, die von allen Schulen benutzt werden sollen. Ein Baukörper zwischen der neuen Realschule und dem Gymnasium wird das Sprachlabor mit Nebenräumen, einen Hörsaal und das Forum aufnehmen. Im bisherigen Realschulgebäude sollen die Schuljahrgänge 5 und 6 untergebracht werden. Das Volksschulgebäude soll nach Fertigstellung des Schulzentrums die Grundschule aufnehmen.Die Kosten der Baumaßnahmen betragen etwa 9 Millionen DM. Sie werden vom Landkreis Grafschaft Bentheim, der Stadt Neuenhaus und dem Realschulverband getragen. Innerhalb der Additiven Gesamtschule in Neuenhaus, in der Gymnasium, Realschule und Hauptschule zusammenarbeiten, wird im Schuljahr 1970/71 die "Kooperative Eingangs- und Förderstufe (KEF)" eingerichtet. Sie will in einer zweijährigen Beobachtungszeit die einzelnen Schüler soweit wie möglich fördern und den Übergang zu den weiterführenden Schulen erleichtern.
  • 1971: Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 wird die Kooperative Gesamtschule Neuenhaus (KGS) gegründet, die die Schulzweige Orientierungsstufe, Hauptschule, Realschule und Gymnasium (Klassen 7 - 10) umfasst. Damit endet die Geschichte der selbstständigen Realschule Neuenhaus, die 1616 als Lateinschule entstand, nach 355 Jahren.
  • Realschule Neuenhaus ab 2004: Wie bei der KGS Neuenhaus ausgeführt ist, beschließt der Samtgemeinderat, dass die KGS ab August 2004 keine neuen Schüler mehr aufnimmt und zum 1.8.2007 aufgehoben wird. In der Übergangszeit werden die vorhandenen Jahrgänge 8, 9 und 10 weiter unterrichtet. Weiter beschließt der Samtgemeinderat, ab August 2004, beginnend mit den Jahrgängen 5, 6 und 7, eine selbstständige Hauptschule und eine selbstständige Realschule einzurichten. Kommissarischer Leiter der Realschule wird Herr Christian Petras, seit 1986 Leiter der Orientierungsstufe bei der KGS Neuenhaus. Nach dreißig Jahren kehrt die Realschule wieder in ihr ursprüngliche Gebäude am Neumarkt zurück. Da im Lehrerzimmer künftig 35 statt wie bisher 25 Lehrer ihre Pausen verbringen, ist eine Vergrößerung des Lehrerzimmers zwingend. Der vergrößerte Raum erhält eine Grundrenovierung. Außerdem ist eine Neuausstattung des naturwissenschaftlichen Bereichs erforderlich (GN, 19.7.2004).
  • 2005: Der Sanierungsschwerpunkt 2005 liegt bei der Realschule,die in das ehemalige OS-Gebäude eingezogen ist. Die überdachte und fast uneinsehbare Nische zwischen dem Realschulgebäude und den Außentoiletten war vor allem an den Wochenenden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Wegen Sachbeschädigungen lässt die Samtgemeinde nun eine Wand einziehen, hinter der die Nische verschwindet. Die von der Realschule gewünschte Einrichtung eines Fachraumes für Chemie ist Ostern noch nicht genehmigt, so dass weiterhin der Chemieraum des Gymnasiums genutzt werden muss (GN, 8.3.2005). Erst im Herbst ist ein neuer Physik-/Chemieraum fertiggestellt (GN, 5.11.2005).
  • 2006: Im Rahmen einer Projektwoche unter dem Motto "Schul- und Schulhofverschönerung", Schülertitel: "Pimp my school"), gestalten die etwa 500 Schüler der 5. bis 10. Klassen ihr Schulgebäude und den Schulhof neu. Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste steht die Umgestaltung des Schulhofes. Die Schüler legen Blumenbeete an, erneuern die Basketballkörbe und das Fußballtor und renovieren die Tischtennisplatten. Außerdem wird ein Freiluftklassenzimmer geschaffen. Auch die Inneneinrichtungen der Schule werden erneuert und ein Computerraum eingerichtet. Mit einer Cafeteria soll im nächsten Jahr nach Planungsarbeiten einer Gruppe ein neuer Anlaufpunkt geschaffen werden. Das Projekt wird durch tatkräftige Hilfe von Familienangehörigen und durch zahlreiche Geld- und Sachspenden lokaler Geschäfte und Betriebe realisiert. Es folgt ein "Tag der offenen Tür" (GN, 2.3.2006). Nachdem Herr Heinz Christian Petras schon seit 21 Monaten die neu gegründete Realschule Neuenhaus kommissarisch geleitet hat, wird er im April 2006 zum Realschulrektor ernannt. Nach den Worten von Herrn Schulrat Tiemann ist Herr Petras "der richtige Mann für den Aufbau der Realschule Neuenhaus". Achim Röder, der frühere stellvertretende KGS-Leiter nimmt die Gäste der Einführungsfeier auf eine Reise in die Geschichte der Real-, Mittel- und Lateinschule Neuenhaus mit (GN, 29.4.2006). Als Konrektorin der Realschule Neuenhaus wird Frau Ulrike Arends in ihr neues Amt eingeführt. Vorher leitete sie drei Jahre lang den Realschulzweig der KGS Neuenhaus. Frau Arends ist gebürtige Neuenhauserin (GN, 2.12.2006).
  • 2007: Im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der mittelfranzösischen Kleinstadt Saucerre und Neuenhaus erfolgt der 11. Austausch, an dem 29 Schüler teilnehmen. Die Betreuung der Gastschüler übernehmen Realschulkonrektorin Ulrike Arends und Christiane Thies. il. Der Gegenbesuch ist für Anfang Juni geplant (GN, 9.5.2007).
  • Ein Antrag für eine Ganztagsschule soll von der Resonanz auf die inzwischen zehn Arbeitsgemeinschaften an der Schule abhängig gemacht werden. Seit kurzem gibt es eine Hausaufgabenbetreuung. Dabei helfen Zehntklässler den Realschulneulingen. Die Betreuung könnte schrittweise auch auf andere Jahrgänge ausgeweitet werden, meint der Schulleiter Christian Petras. Eine Schulspeisung ist derzeit noch kein Thema. Es müsste dann gebaut werden (GN,20.11.2007). Die Realschule plant den Aufbau einer Schülerruderriege mit zunächst 15 bis 20 Aktiven. Für das Training sind mindestens zwei Doppelvierer, ein Doppelzweier und ein Einer erforderlich. Die Kosten betragen etwa 11.000 €. Die Leitung wird die Sportlehrerin Kathrin Jahnke übernehmen, die schon in Lüneburg Jugendliche trainiert und auf Regatten begleitet hat (GN, 22.11.2007). Beim Schülerwettbewerb "Tierische Technik" der VME-Stiftung, eine Stiftung der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland, an dem 70 Schüler der Haupt-, Real- und Förderschulen der Grafschaft Bentheim teilnahmen, gewinnen die Schüler der Realschule Neuenhaus einen Technik-Sonderpreis im Wert von 500 € für die Schule (GW, 28.11.2007).
  • 2010: Zusammenlegung der Haupt- und Realschule
  • Seit dem 01.06.2012 hat unsere Schule einen neuen Namen: Wilhelm-Staehle-Schule (Haupt- und Realschule)

Quelle

Quelle: http://www.gbiu.de/Schulgeschichte/Neuenhaus/E15.html
(Aktuelle Ergänzungen seitens der Schule hinzugefügt)